Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 28

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ferne Márchenhelden zeigen, sondern Menschen, die mit festen FiiGen in der Wirklichkeit schreiten. Sie gehören zu den „Tuchtigen, denen diese Welt nicht stumm ist“. Sie sind Bauern mit dem Einschlag ins Wikinger- hafte. So kann man sich wohl seine Vorfahren denken, ohne sich phan- tastische, vornehme Stammbáume zu konstruieren. Ich glaube, Hellas und Island können sich vereinen. Griechenland kann uns in dionysischen Rausch versetzen oder das stille Gluck apolli- nischer Abgeklártheit fur Augenblicke empfinden lassen. Aber wir können nicht immer in Ekstase leben. Island kann ehrliche Begeisterung wecken, die anhált und uns Kraft verleiht fur die Mtihen des Alltags. Es kann den Willen stárken, etwas von dem Geist der Sagagestalten hineinzutragen und zu retten in unsere heutige Zeit, denn auch tiber den islándischen Bauern der Sagazeit liegt ein Glanz der Ewigkeit, weil sie ftir eine Idee lebten, vielleicht ein höherer Glanz als tiber den hellenischen Königen, die sehr stark das Werkzeug launischer Götter waren. Island kann uns Dank lehren ftir das Erbe, das es treu bewahrt hat. Wir statten ihn am besten ab, wenn wir das leben, wozu die Sagas anspornen. Vm. ISLANDIM LEBENSWERKE DES OLAUS MAGNUS Von Heinrich Erkes Der schwedische katholische Geistliche Olaus Magnus oder Magni (1490 bis 1557) gehört zu den bemerkenswerten vielseitigen Gelehrten des tíbergangs von der mittelalterlichen zur neuzeithchen Wissenschaft. Seinen Namen latinisierte er nach dem Geschmack der Zeit aus seinem Rufnamen Olof unter Zuftigung des Vornamens seines Vaters Magnus (Persson oder Petersson) als Familiennamen. Ausgedehnte Reisen hatten Olaus nament- lich in den Jahren 1518—19 mit einem groBen Teil Skandinaviens bekannt gemacht; auch besuchte er Deutschland, die Niederlande, Polen, Italien. Auf Grund seiner umfangreichen Kenntnis der nordischen Eánder schuf er in der Folge sein Lebenswerk als Iíarlograph und Kulíurhistoriker des Nordens. 1524 beauftragte ihn Gustav Wasa mit einer diplomatischen Reise nach Rom, von der er nicht in sein Vaterland zurtickkehrte; vielmehr zog er vor, weil er sich der in Schweden siegreich vordringenden Reformation nicht anschliefien mochte, den Rest seines Eebens dauernd im Ausland zu bleiben. Fast 13 Jahre verbrachte er, allerdings mit háufigen und langen Unterbrechungen, vorwiegend in Etibeck und Danzig, dann rund 20 Jahre meist in Italien, namentlich in Venedig und Rom. Auch sein um zwei Jahre álterer Bruder Johannes Magnus oder Magni (1488—1544), der 1523 Erz- 74
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