Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 35

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noch iibliche islándische Abkiirzung R’vk fiir die bis auf Islands Be- siedlungszeit (um 874) zuriickreichende Niederlassung Reykjavik an der gleichnamigen Bucht, wobei v als o und das Apostroph als Akzent iiber o mi(3- deutet wurde. Wenngleich Reykjavík als Gehöft wie als Seehafen im 16. Jahrh. keine sonderliche Handelsbedeutung hatte, sondern die Kaufleute den damals viel besseren Hafen Hafnarfjörður bevorzugten, so hatte man doch von dem nahegelegenen bekannten Gehöfte Reykjavík mit den in seiner Náhe liegenden warmen Quellen usw., sicherlich Kenntnis, die in der abgekiirzten Namensform ihren Niederschlag fand. Den Namen Rók iibertrugen die Aus- lánder dann auch auf das Vorgebirge Reykjanes, den siidwestlichsten Punkt der gleichnamigen Halbinsel, wo er sich auf der Carta marina findet. Mag es sich iibrigens mit den Einzelheiten verhalten, wie es wolle, so ist auf jeden Fall die Karte des Olaus Magnus von 1539 trotz aller geographischen Un- Vollkommenheiten eine in groBem Zuge auJ3erordentlich anschauliche und brauchbare Darstellung der grofien Insel, tatsáchlich die erste, die Island in seiner Kiistenlinie wie in seinem Innern, wenn auch weit von genau, so doch in wichtigen Hauptziigen erkennen láfit. Zur Carta marina gab Olaus Magnus mehrere F.rlduterungen heraus, die erste auf der Karte selbst in einem kurzen lateinischen Kommentar „benigno lectori salutem“; er umfafit 58 Druckzeilen, wovon 9 sicli auf den Abschnitt A, d. h. auf Island beziehen. AuBerdem lieJ3 Olaus in demselben Jahr 1539 in Venedig zwei erweiterte Kommentare als Biichlein von je 8 Bláttern er- scheinen. Der erste, eingehendste, war in italienischer Sprache verfaBt, der zweite in deutscher Sprache; er ist nicht ganz so reichhaltig wie der italieni- sche Kommentar, enthált jedoch einige in letzterem nicht vorhandene Zu- sátze. Der Titel des italienischen Biichleins lautet (verkiirzt): Opera breve, laquale da il modo facile da intendere la charta...; der des deutschen Kom- Oientars: Ain kurze Auslegung und Verklerung der newen Mappen von den alten Goettenreich und andern Nordlenden . . . Beide Búchlein sind iiberaus selten und jedes in nur drei Exemplaren bekannt. Von der deutschen Aus- gabe besitzt die Miinchener Staatsbibliothek ein Exemplar; die beiden andern sowie die drei Exemplare der italienischen Ausgabe befinden sich in Schweden. Faksimile der Opera breve veröffentlichte (1887 ?) Carl Carlsson Bonde ln Stockholm, leider nur in 50 Exemplaren, wáhrend Isak Collijn 1912 in Stockholm „Ain kurze Auslegung" in Faksimile unter Beifiigung der ver- kleinerten Carta marina (wie Brenners Faksimile) herausgab. Der deutsche Kommentar wurde bereits in Gesners Bibliotheca erwáhnt; er enthált, wie auch Opera breve, das Versprechen des Olaus Magnus, ein Werk zu schrei- ^en> iu dem er iiber die nordischen Dánder ausfiihrlicher als in den kurzen Koinmentaren zur Carta marina berichten wiirde. 81
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