Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1925, Blaðsíða 26
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Inseln ungefáhr 12% betrug', die so gut wie aussclilieszlich
aus norwcgischen Ivolonien in diesen Gegenden stammen, so
ist man wohl zu der Annahme berechtigt, dasz der gröszte
Teil der Einwanderer Norweger waren, die von dem Aus-
wanderungsfieber, das ihre Freunde und Yerwandten in Nor-
wegen ergriffen hatte, angesteclct wurden. Alteingesessene
Iren oder Schotten hatten lceinen hesonderen Grund zur Aus-
wanderung, aher sie wurden mitgenommen, entweder als
Sklaven oder Gesinde. Doch dúrfte man eher zu hoch als zu
niedrig greifen, wenn man den Anteil dieser Klassen an der
Gesamtzahl auf }/3 veranschlagt.
Man mag versuclien, diese unsichere Rechnung aufzustellen,
wie man will: fest steht, dasz ein nicht ganz unbedeutender
Bruchteil der islándischen Ansiedler von britischer oder eher
irischer Herkunft war. Auf diese Weise ist der islándisehen
Bevölkerung ein keltisches Element zugefiihrt worden, mög-
licherweise auch etwas Blut aus der Mittelmeerrasse. In beiden
Fállen sollte man annehmen, die Folge wáre niederer Wuchs,
dunkleres Haar und dunklere Augen und am ehesten höherer
index cephalicus. Áhnhchen Einflusz niusz wohl die Verbin-
dung zwischen den Kolonien auf den britischen Inseln und
den Kústendistrikten in Norwegen geliabt haben.
Wir kommen zum Schlusz zu einer Eigentúmlichkeit bei
der Besiedelung Islands, der sozialen Stellung der
E i n w a n d e r e r. Von den im „Besiedelungsbuch“ aufge-
záhlten Ansiedlern (einschlieszlich Kinder) sind etwa 331 oder
ungefáhr y3 von vornehmer Gehurt, entweder váterlicherseits
oder miitterlicherseits. Es werden Geschlechter von Königen,
Jarlen und Hersen angefúhrt oder Geschlechter einer weniger
offiziellen Aristokratie (göfugr, ágætr, kynstór). Selhst wenn
man in Rechnung stellt, dasz es in erster Linie die Namen
der Vornehmen sind, die bewahrt werden, so darf man doch
behaupten, dasz unter den islándischen Ivolonisten der dama-
lige Adel und die Aristokratie zahlenmászig auszerordentlich
stark vertreten sind. Der Grund dazu ist klar und in den Sagas
stark hervorgehoben: es war nicht der gemeine Mann in Nor-