Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1925, Blaðsíða 33
23
reiche Leute gewesen sind. Die grosze Mehrzahl der Bevölke-
rung des Landes hat immer in mehr oder minder groszer Armut
gelebt. Schon die Sagas zeigen das deuthch. Die allermeisten
Islánder, die ins Ausland gingen, waren nach der Schilderung
der Sagas arm, was jedoch nicht hinderte, dasz sie oft zu
hohen Stellungen gelangten und am Hofe (,,hirð“) von Königen
und anderen Groszen Zutritt erhielten. Wenn sie dann aber
nach treuen Diensten oder wohlgelungenen Gedichten zum
Preise des Iíönigs wieder in die Heimat zuriickkehren wollten,
muszte der König sie recht oft nicht nur mit Reisegeld oder
anderen wertvollen Geschenken verselien, sondern ihnen auch
ein Schiff zur Verfugung stellen, auf dem sie die Heimreise
zuriicklegen konnten. Diese clironische Armut ist natiirlich ein
beredtes Zeugnis fiir die kárgliche Ausbeute, die die Erwerbs-
zweige zulieszen, abgesehen davon, dasz die kummerlichen
Handelsverháltnisse keinen geringen Anteil daran hatten. Zu-
weilen waren die Verliáltnisse jedoch so verzweifelt, dasz der
Hungertod die Bevölkerung dezimierte. Grosze Naturkata-
strophen, Vulkanausbriiche, Treibeisblockade und Miszjáhre
waren die hauptsáchlichsten Ursachen dieser Hungerperioden.
Man kann jedoch sagen, dasz unter normalen Verháltnissen die
Ernáhrung der Islánder trotz aller Armut recht kráftig und
einigermaszen reichlich gewesen ist. Die wichtigsten Produktc
des Landes sind ja gerade Eszwaren.
3. Hygienische Veiháltnisse.
Naturgemász haben wir sehr unvollkommene Naclirichten
iiber die hygienischen Verháltnisse in fruheren Zeiten, was
jedoch auch geringere Bedeutung fiir die uns interessierenden
Fragen hat. Leider felilen uns aber auch zuverlássige Angaben
iiber die hygienischen Verhállnisse heutzutage.
a. 'Wohnungsverháltnisse. Die ersten Berichte,
die wir iiber islándische Wohnungen haben, machen einen
recht imponierenden Eindruck, Hjörleifr, der Pflcgebruder