Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1925, Side 239
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besonders in einzelnen Familien, ohne dasz jedoch gleichzeitig
Mongolenfalte auftráte. Leider sind meine Aufzeichnungen
úber diesen Punkt so unvollkommen, dasz ich nicht anzuge-
ben vermag, wieviel Prozent angewachsene Ohrláppchen auf-
weisen.
C. D i e Pigmentierung.
1. Augenfarhe. Die Pigmentierung der Islánder ist
im allgemeinen gering. Besonders trifft dies fiir die Farbe der
Augen und der Haut zu. In dieser Beziehung besteht kein gro-
szer Unterschied zwischen Islándern und Tröndern. Wenn man
die Augenfarbe zum Vergleich ebenso wie Halfdan Bryn
in Tröndelagens Anthropologi einteilt, so ergibt sich folgendes
Isliinder Norweger
Pigmentfreie blaue Augen (Martin 14—14) 65,8 % 69,5%
Melierte Augen (M. 6—13) 31,1— 18,0—
Braune Augen (M. 2—5) 3,1— 12,5—
Helle Augen (M. 9—16) 87,7— 81,2—
Dunkle Augen (M. 2—8) 12,3— 18,8—
Durchgreifende Differenzen bestehen hier nicht, imd sie sind
kaum der Art, dasz sie sich nicht aus abweichender Technik
erkláren lieszen. Immerhin ist der Unterschied in der Vertei-
lung der deutlich braunen Augen beachtenswert.
Mongolenfalte kommt sicher bei Islándern sehr sel-
fen vor. Eine deutliche plica marginalis habe ich kaum ge-
sehen, jedoch mitunter epicanthus, besonders bei jungen
Leuten. Schiefgestellte Lidspalte fand ich bei einem Manne,
dessen Aussehen und Pigmentierung jedoch typisch nordisch
waren.
Es ist zu beachten, dasz ich unter „meliert“ alle die Augen
aufgefúhrt habe, die keinen reinen Farbenton aufwiesen oder
bei denen man mit der Lupe Pigmentierung erkennen konnte.
Ihre Zahl wird also wesentlich gröszer, als wenn man
die Farbe durch einfache Inspektion bestimmt hátte.
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