Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1925, Síða 13
Kiiste geltend, wáhrend weiter im Landinnern der Temperatur-
unterschied zwischen Sommer und Winter gröszer ist und die
Niederscldáge geringer. Das Klima dort náhert sich mehr dem
Festlandsklima. Auszerdem besteht ein betráchtlicher Unter-
schied zwischen dem Nordland und dem Siidland insofern,
als der Winter im Nordland weit strenger ist, bei zugleich
klarerem Wetter und geringeren Niederschlágen. Nach der
mittleren Jahrestemjieratur zu urteilen sollte man glauhen,
dasz das Klima auf Island nicht weit hinter dem norwegischen
auf dem Breitengrade von Drontheim zurúcksteht. Die Januar-
isotherme fúr das Siidland fálJt jedoch ungefáhr mit der von
Oslo (Kristiania) zusammen. Der Winter ist wenigstens im
Súdlande auffallend milde, sodasz es nicht selten vorkommt,
dasz, wáhrend in Dánemark starke Kálte herrscht und der
Öresund zufriert, das Tliermometer auf Island einige Grad
Wárme zeigt. Ein ganz anderes Bild bekommt man, wenn man
die Juliisotherme betrachtet (der Juli ist der wármste Monat
des Jalires, der Márz der kálteste), denn dann geht die 10° —
Isotherme vom Súdlande bisindasnördlichsteNorwegenliinauf,
ungefáhr his an das Nordleap. In Wirklichkeit ist das islándi-
sclie Sommerklima nicht viel besser als in der Birkenzone auf
den norwegischen Bergen, wo die Birke verkúmmert und ver-
schwindet, was man leicht an der ganzen Vegetation sehen
kann, die an beiden Stellen von auffallend áhnlichem Ge-
práge ist.
Die niedrige Temperatur des Sommers trágt die Schuld
daran, dasz weder eigentlicher Wald noch Getreide auf Island
gedeilit. Die sogenannten Wálder sind bis euf wenige Stellen
niehts wesentlich anderes als mehr oder weniger verkrúppeltes,
niedriggewachsenes Birkengebiisch. Das Felilen des Waldes
gibt dem Lande ein eig'entúmlich kahles Aussehen, aber trágt
dennocli dazu bei, ihm eine eigene Schönheit zu geben, — die
Schönheit der Polarlánder.
Die Einteilung des Landes in Landesteile
u n d B e z i r k e. Der hewohnte Gúrtel lángs der Kiiste zer-
fállt seit alter Zeit in 4 Landesteile oder „Viertel“ (fjórðung-
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