Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1925, Page 25
15
zuwandern. Der beste Ausweg schien ilinen, nach Island uber-
zusiedeln, da die Berichte von einem guten und fruchtbaren
Lande sprachen.“ Aber was fiir Leute waren es, die sie mit
auf die Fahrt nach Island nahmen, auszer ihren Kindern und
náchsten Verwandten? Es zeigt sich, dasz es dieselben Personen
sind, die bei einer anderen Gelegenheit von Skallagrímr als
„die Starksten und Tiichtigsten unter den Leuten auf dem Hofe
und in der Nachbarschaft“ ausgewáhlt wurden und die von dem
Gefolge des Königs Haraldr liárfagri geschildert wurden als
„mehr Thursen (Riesen) áhnhch an Wuchs und Aussehen als
gewöhnliclien Menschen.“ Die drastische Schilderung der Saga
kann man natúrlich nicht wörtlich nehmen, aber andererseils
ist es einleuchtend, dasz man zu einer langen und gefahrvollen
Fahrt die gesundesten und kráftigsten verfiigbaren Leute aus
seiner Naclibarschaft wáhlt.
Die Einwanderung aus Gros z-B ritannien,
Irland, den Hebriden, Orkaden und Nordscboltland ist der
zweite wichtige Faktor in der Besiedelung Islands. Auf den
ersten Blick erscheint dieser Faktor recht betráchtlich, gegen
13%. Wenn man jedoch in Betracht zieht, dasz diese Kolo-
nisten von den britischen Inseln zum groszen Teil von unver-
mischter norwegischer Herkunft waren und dasz die meisten
aus wirklichen norwegischen Kolonien an diesen Plátzen ka-
men, so vermindert sich die Anzahl der den Nordleuten rasse-
fremden Elemente ganz erheblich. Auf der anderen Seite steht
es fest, dasz nicht so wenige Einwandeier von irischer oder
schottischer, andere von gemischter, norwegischer u n d iri-
scher Herkunft waren. Von einzelnen Personen wird dies aus-
drúcklich hervorgehoben, und irn úbrigen reden die fremden
Namen eine deutliche Sprache. Einwanderer mit irischen
Namen finden sich im „Besiedelungsbuch“ gegen 30, was
jedoch nicht ausschlieszt, dasz ein Teil von gemischter, nor-
wegisch- irischer oder schottischer Herkunft gewesen ist,
ebensowenig wie die rein norwegischen Namen dafúr búrgen,
dasz nicht etwa die Mutter britischer Abstammung war. Geht
man davon aus, dasz che Einwanderung von den britischen