Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1925, Síða 71
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man weisz, dasz die beiden Bezirke nebeneinander liegen. Dies
ist teils der Isolierung der einzelnen Bezirke dureh hohe Berge
und unwegsame Wálder, besonders in fruheren Zeiten, zu-
zuschreiben, teils der geringen Wanderlust der Bevölkerung,
die sich fest mit ihrer Heimat und den gewohnten Sitten ver-
kniipft fuhlt. Man sollte glauben, dasz die Verháltnisse áhnlich
auf Island wáren, wo Wege und Verbindungen stets sehr man-
gelhaft gewesen sind, aber, wie icli schon hervorgehoben habe,
ist dies nicht der Fall. Die Zahl meiner Messungen ist allzu
gering, um die durchschnittliche Körpergrösze in den einzel-
nen Bezirken mit einiger Sicherheit beurteilen zu können, aber
was die gröszeren Landesteile betrifft, so geben sie, wie ich
glaube, einigermaszen befriedigende Aufklárungen úber dic
wirklichen Verliáltnisse.
Bei der Einteilung in LandesteileinnachstelienderTafelbinich
nicht der gewöhnlichen Einteilung gefolgt, sondern hahe Snæ-
fellsnes-, Hnappadals- und Mýrasýsla zum Sudlande gerechnet,
wáhrend sie nach der landláufigen Einteilung zum Westlande
gehören. Der Grund dafúr ist der, dasz die Hauptverhindungen
der Mýrasýsla nach dem Siidland, der Snæfellsnes- und Hnappa-
dalssýsla teils nacli dem Súdland, teils nach den Bezirken des
Westlandes gerichtet waren. Was den Verkehr zwischen den
einzelnen Landesteilen betrifft, so ist wohl das Ost- und West-
land am meisten isoliert gewesen, wáhrend zwischen den Be-
zirken des Nordlandes und den Kiistendistrikten des Siidlandes
immer lebhafter Verkehr geherrscht hat. Auch wenn man in
Rechnung stellt, dasz ein nicht geringer Verkehr zwischen den
einzelnen Landesteilen hestanden hat, so haben sie doch zum
groszen Teil von einander abgesondert gelebt. Es wáre also
nicht ganz unwahrscheinlich, wenn die Volkstypen etwas ab-
weichend wáren. Es ist aucli eine ziemlich verbreitete Meinung,
dasz man z. B. leicht einen Súdlánder von einem Nordlánder
unterscheiden könne, aber andererseits ist es eher das Auftre-
ten und die Art sich zu geben, die den Unterschied ausmacht,
als eine wirkliche Verschiedenheit in anthropologischer Hin-
sicht. Die Nordlánder gelten fúr lebhafter und beweglicher als
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