Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1925, Blaðsíða 78
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1) Akademiker und Studierende: Beamte, Kandidaten, Stu-
denten, Schiiler der Lateinschule, ohne Riicksicht auf
den Beruf der Eltern;
2) Stiidter: Personen, die in Stádten geboren und aufge-
wachsen sind, im wesentlichen Handelsleute und Hand-
werker;
3) Seeleute und Fischer: Personen, die in den Fischereibe-
zirken an der Kúste geboren und aufg'ezogen sind;
4) Landbevölkerung: Personen, die in den lándlichen Di-
strikten geboren und aufgewachsen sind.
Fúr diese sozialen Ivlassen fand ich folgende durchschnittliche
lvörpergrösze:
1) Alvademiker und Studierende 182 * 174,7
2) Stádter 67 174,6
3) Seeleute 294 173,4
4) Landhevölkerung 381 173,2
Die hohe Ziffer fiir die Körpergrösze der Beamten und
Studierenden hángt möglicherweise damit zusammen, dasz sie
recht oft aus besser gestellten Háusern stammen, olme dasz
diese Erklárung jedocli ganz befriedigend wáre, da viele nach-
weislich Kinder armer Eltern sind. Man sollte fast meinen,
dasz bedeutende Ivörpergrösze und Intelligenz in Bezieliung zu
einander stánden. Die Lebensweise der islándischen Studie-
renden weicht ja nicht wesentlich von der der úbrigen Bevöl-
kerung ab, da die meisten den ganzen Sommer bei der Ernte,
Wegearbeilen u. dgl. arbeiten und beim Heranwachsen meist
unter denselben Verliáltnissen gelebt haben wie die Landbe-
völkerung. — Die Stádter sind hierzulande, im Gegensatz zu
dem, was Halfdan Bryn in Norwegen gefunden hat, ungefáhr
ebenso so grosz wie die Akademiker, wohei man jedoch in
Betraclit ziehen musz, dasz die Stádte erst in den letzten Jahr-
zehnten entstanden und von Zuwanderern vom Lande ge-
grúndet worden sind. Die Stádte haben augenscheinlich eine
besondere Anziehungskraft auf hochgewachsene Mánner ge-
habt, die meist stárkeres Selbstvertrauen und gröszeren Wander-