Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1925, Page 226
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als 230 Islándern im Rekrutenalter auszugehen. Sie befinden
sicli zum gröszten Teil in leidlicher Ubereinstimmung mit den
Durchschnittswerten, die ich bei 840 Individuen im Alter von
20—40 Jahren fand, wie sie aus der Tafel auf Seite 232 er-
sichtlich sind; diese Tafel enthált auch die wichtigsten Masze
fiir die iibrigen nordischen Völker. Zum Vergleich fuhre ich
die mittleren Werte Halfdan Bryns fiir Rekruten im
Tröndelag in Norwegen an, da Durchschnittswerte fiir ganz
Norwegen noch nicht vorliegen.
Ich möchte gleichzeitig hervorheben, dasz ein Vergleichen
von Maszen zweier Beobachter, die getrennt voneinander in
verschiedenen Lándern arbeiten, trotz aller mesztechnischen
Regeln immer bis zu einem gewissen Grade unsicher ist, be-
sonders bei kurzen Maszen und solchen, deren Abnahme mit
besonderen Schwierigkeiten verbunden ist. Wenn die Mes-
sungen in den nordischen Lándern auf eine sichere Grundlage
gestellt werden sollen, dann wáre es erforderlich, dasz sich
die Anthropologen aller nordischcn Lánder iiber bestimmte
Meszregeln einigten und dasz ein Forscher damit betraut
wiirde, mit allen Anfángern praktische Ubungen abzuhalten
und sie in den einschlágigen Fragen zu unteiwveisen.
A. Allgemeine Körperform.
I. Körpergrösze und Körpergewicht.
Die d u r c h s c h n i 111 i c h e Körpergrösze erw'ach-
sener Islánder betrágt nach meinen Messungen 173,55 cm und
bei Leuten im Rekrutenalter 173,05 cm. Dies ist ein etw'as
höherer Wert als der in Norwegen und Schweden ermittelte.
Die Körpergrösze der Rekruten in diesen Lándern diirfte heute
in der Náhe von 172 cm liegen, dagegen in Dánemark bei etwa
170 cm. Der wirkliche Wert dieser Masze lászt sieh schwer
angeben, denn die Körpergrösze nimmt stándig zu und die ál-
teren Messungen verlieren damit an Wert. Kann man diesen
Zahlen nun ein Gewicht beilegen, da der Wert fiir die Körper-