Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1925, Page 235
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sich die Gestalt des Kopfes seit der Zeit der Besiedelung verán-
dert, oder stammen die Ansiedler von den britischen Inseln
von der langschádligen Mittelmeerrasse ab? Vielleicht ist die
einfachste Erklárung die, zu der Prof. Sars und Arho gelangt
sind: dasz es gerade die Langschádligen gewesen sind, die nach
Island einwanderten, Háuptlinge aus wenig gemischter nor-
discher Rasse. Es besteht, was Klima und Lebensbedingungen
anbelangt, kein ausgesprochener Unterschied zwischen Island
und Norwegen, und sogar die Nahrung ist an beiden Stellen
áhnlich gewesen. Es ist also unwahrscheinlich, dasz áuszere
Einfliisse die Veránderung bewirkt hátten.
Der Wert fur die 0 h r h ö h e d e s K o p f e s ist ebenfalls
auf Island ein anderer (12,6) als in Norvvegen (13,1 cm) und
verháltnismászig niedrig bei den Islándern. Leider ist nicht
mit Sicherheit auszumachen, ob die Differenz so grosz ist wie
es den Anschein hat, da die Mesztechnik etwas abweicht; ande-
rerseils besteht kein Zweifel, dasz die Ohrhöhe des Kopfes
bei den Islándern geringer ist als bei den Tröndern und wahr-
scheinlieh dem von mir ermittelten Wert sehr nahe kommt.
Es ist auch natiirlich, dasz die Kopfhöhe sich mit der Iíopf-
lánge und Kopfbreite verándert. Wenn man die Grösze des
Kopfes LxBxH rechnet, erhált man hei Islándern und Trön-
dern annáhernd den gleichen Wert.
Der Lángenhöhenindex des Kopfes bei den Is-
lándern und Norwegern weicht naturlich ah, da die Kopfhöhe
so stark differierte. Ebenso wird die Einteilung nach diesem
Index ungleich:
Islilnder Norweger
Chamecephal (x—72,0) 1,0% 0,4%
Orthocephal (72,1—75,0) 36,4— 18,0—
Hypsicephal (75,1—x) 62,6— 81,6—
Beide Völker sind iiberwiegend hypsicephal, die Trönder je-
doch in weit ausgesprochenerem Grade.
Weitere Untersuchungen miissen entscheiden, oh die Dif-
ferenz in der Kopfhöhe und diesem Index bei beiden Völkern
so hedeutend ist, wie man nach den angefuhrten Werten an-
nehmen sollte.