Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1925, Page 241
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D. Rasse und Rassetypen.
Auf meinen Meszbláttern liabe ich die Rassetypen nicht be-
rucksitíhtigt. Ich wagte nicht, diese Frage zu beurteilen, und halte
im Anfang' keine guten Hilfsmittel dazu. In Wirklichkeit sieht
jeder, der aiífmerksam die Leute auf den Straszen von Reykja-
vik betrachtet, dasz die iiherwiegende Mehrheit der Revölke-
rung offenbar nordischer Abstammung ist. Der liohe, schlanke
Wuchs, das langgestreckte Gesicht, die zuriicktretende Stirn,
die hellen Augen und die helle Hautfarbe weisen darauf deut-
iich hin, obgleich die Farbe des Haares bei Erwachsenen meist
dunkelblond ist. Kinder sind dagegen im allgemeinen hellblond.
Es sind jedoch keineswegs nur diese einzelnen Kennzeichen, die
das Aussehen bestimmen, sondern in nicht geringerem Masze
ist es die gesamte Pliysiognomie, die darauf hindeutet, dasz die
Rasse vorwiegend nordiscli ist. Im ganzen Aussehen áhneln die
Islánder am ehesten den Norwegern, und doch besteht ein ge-
wisser Unterschied, denn Leute mit offenen Augen dafur er-
kennen nicht selten, ob eine Person Norweger oder Islánder ist.
Ich habe jedoch niemand gefunden, der Rechenschaft hátte
ablegen können, worin der Unterschied besteht.
Wenn auch Wuchs und Aussehen der Islánder im allgemei-
nen den eben geschilderten Ziigen entsprechen, so ist doch die
Variabilitát grosz. Viele Islánder sind klein, niclit zum wenig-
íslen viele Arbeiter, und dann oft breit und vierschrötig, dane-
ben aber sind viele von ihnen von grazilem Körperbau. Es
macht Schwierigkeiten, olnie weiteres zu sehen, ob die Gro-
szen oder die Kleinen iiberwiegen; wenn man jedoch záhlt oder
miszt, so ergibt sich bald, dasz die Groszen bedeutend in der
Mehrzahl sind.
Die Variabilitát ist auch nicht geringer, wenn man das Ge-
sicht betrachtet. Die meisten weisen ein langgestrecktes, Gesicht
auf, daneben haben viele ein verháltnismászig kurzes Gesicht.
Die Gesichtsform ist iiberwiegend oval (ca 70%), wobei das
Kinn jedoch nicht selten verháltnismászig schmal ist, sodasz