Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1925, Page 242
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die Rundung des Ovals nach unten zu etwas schárfer wird und
die Backenknochen melir als sonst hervortreten. Wenn diese
Bildung stark hervortritt, so náhert sich die Form des Ge-
sichtes einem D r e i e c k, wobei die Baekenknochen heiworzu-
stehen scheinen (ca 20%). Dies diirfte bei Islándern háufi-
ger sein als bei Norwegern, aber nichtsdestoweniger ist die
Jochbogenbreite bei beiden Völkern annáhernd die gleiche, so-
dasz eher die Weichteile und die Form des Kinnes die Diffe-
renz ausmachen durften, falls es sich hier uberhaupt um einen
wirklichen Unterschied handelt. Wenn das Kinn breit ist und
die Unterkieferwinkel stárker hervortreten, náhert sich das Ge-
sicht einem Viereclc (10%). Diese Gesichtsform diirfte am
wenigsten háufig auf Island vorkommen, obgleich sie immerhin
bei nicht ganz wenigen tatsáchlich zu beobachten ist. Alle diese
drei Gesiclitstypen können dann wieder entweder kurz oder
lang auftreten, sodasz es schwer fállt, einen einzelnen Typus
als charakteristiscli islándisch aufzustellen. Sicher ist dagegen,
dasz der Gesichtsausdruck der Islánder mehr dem der Nor-
weger als dem der Schweden oder Dánen áhnelt.
Wie ich bereits fruher gesagt habe, smd die Islánder in der
Mehrzahl hochgewachsen (173—173,5 cm), leptoprosop, lep-
torrhin, helláugig (76%), aber dunkelblond. Diese charak-
teristischen Eigenschaften zeigen ganz eindeutig, dasz i h r e
Rasse úberwiegend nordisch ist, auch wenn sie
gemischt ist. Alpine (oder ostische)( Rasse kommt nicht selten
vor, ebenso wahrscheinlich auch ostbaltische Rasse, wogegen
es jedoch zweifelhaft ist, oh die Mittelmeer- oder dinarische
Rasse hier tatsáchlich vertreten ist. Vielleicht kommt das Ur-
teil eines ausgezeichneten Iviinstlers (Rikliarður Jónsson, Por-
traitzeichner und Bildhauer) der Wahrheit einigermaszen nahe.
Ich bat ihn, bei allen Bildern in F. K. Gunthers Kleiner
Rassenkunde Europas anzumerken, welche er fiir 1) bestimmt
islándische Typen, 2) sehr áhnlich Islándern, 3) nicht unáhn-
lich Islándern oder zweifelhaft hielte. Er bezeichnete die Ab-
bildungen folgendermaszen;