Vaki - 01.09.1953, Side 5

Vaki - 01.09.1953, Side 5
RAINER MARIA RILKE: DIE ERSTE DUINESER ELEGIE Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen? und gesetzt selbst, es ndhme einer mich plötzlich cms Herz: ich verginge von seinem stárkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen, und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmáht, uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich. Und so verha.lt icli mich denn und verschlucke den Lockruf dunkelen Scliluchzens. Ach, wen vermögen wir denn zu brauchen? Engel niclit, Mcnschen niclit, und die findigen Tiere merken es schon, dass wir nicht sehr verlásslich zu Haus sind in der gedeuteten Welt. Es bleibt uns vielleiclit. irgendein Bauni an dem Abhang, dass wir ihn táglich wiedersáhen; es bleibt uns die Strasse von gestern und das verzogene Treusein einer Gewohnheit, der es bei uns gefiél, und so blieb sie und ging nicht. O und die Nacht, die Nacht, wenn der Wind voller Weltraum uns am Angesicht zehrt —wem bliebe sie nicht, die ersehnte, sanft enttáuschende, welche dem einzelnen Herzen muhsam bevorsteht. Ist sie den Liebenden leichter? Ach, sie verdecken sicli nur mit einander ihr Los. Weisst du’s nocli niclit? Wirf aus den Armen die Leere zu den Ráumen hinzu, die wir atmen; vielleicht dass die Vögel die erweiterte Luft fuhlen mit innigerm Flug. Ja, die Fruhlinge brauchten dich wohl. Es muteten manche Sterne dir zu, dass du sie spiirtest. Es hob sich eine Woge lieran im Vergangenen, oder da du voruberkamst am geöffneten Fenster, gab eine Geige sich hin. Das alles war Auftrag. TlMARITIÐ VAKI 3

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