Bibliotheca Arnamagnæana - 01.06.1950, Page 277
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tert angewandt werden bis zu jenem Grad der Aufschwellung bei Harald
dem Grenlånder, der in den Olafsteilen der drei anderen Denkmåler
erscheint. Damit bedient sich auch das vierte uns iiberlieferte kurzge-
faBte Obersichtswerk dieser Art des Aufbaus und des Inhaltes. Das ist
eine bedeutsame Feststellung, um so mehr, als es sich bei diesen vier
Denkmålern um voneinander unabhångige Werke handelt. — Auf das
Verhåltnis Snorris zum Agr., das ich fur die Einleitung als noch nicht
vorliegend annehme, komme ich noch (u. S. 362, Anm. 38). — Trotzdem
folgen sie einer gemeinsamen Form der Darstellung. Es hat sich gezeigt, daB
diese Form der Darstellung bei allen vieren in verschiedener Ausdehnung
und Fiillung auftritt, auch Uberschreitungen ihres Rahmens und ihrer
Sachbestandteile finden sich ebenfalls bei allen. Die vier Denkmåler sind
damit bereits iiber die Grundform hinaus entwickelt, so daB die Auf-
bauform nur die Grundlage, den Ausgang fur die Verf asser darstellt, den
sie mit gewisser Freiheit behandeln (vgl. noch u. S. 378 f.).
5. NOREGS KONUNGATAL UND SÅMUND
Weitere Beobachtungen lassen sich anreihen. Als Quellen, wenn
auch vielleicht durch miindliche Zwischenstufen fur HN und Th., wer-
den immer wieder Ari und eventuell Samund namhaft gemacht7. Fur
Snorris Einleitung steht Ari auBer Frage (vgl. 20, 8—9). Wie waren
deren Schriften beschaffen? Von Såmund haben wir ein Zitat in der
Olafssaga Tryggvasonar des Odd Snorrason: Pessa frings getr Samundr
prestr hinn frodi er agetr var at speki. oc malti sua. A adru ari rikis
O laf s T. s. samnadi hann saman mikit folk oc atti fring a Starli a Drags-
eiSi. oc let eigi af at boda monnum retta tru fyrr en freir tocu skim.
Olafr konungr hepti miok ran oc stulfri oc mandrap. hann gaf oc god
log folkinu oc godan sid. Sua hefir Samundr ritad um Olaf konung
isinni bok. (S. 114); dies der Text nach A (wahrend S kiirzer ist). A’s
Text klingt wie ein wortliches Zitat, umrahmt von Anfiihrungs- und
SchluBzeichen: Pessa frings—at speki und: Sua hefir—isinni bok8. Das
ganze Stiick sprengt den Zusammenhang. Dieser handelt von der Be-
7 S. die Bemerkungen auf S. 117, Anm. 22 u. S. 118, Anm. 25.
8 Zum Vorzug von A vor S s. auch Nordal S. 20 f. Fur vollgiiltiges Gewicht
dieser Stelle nach A als Bezeugung einer Schrift Samunds tritt F. Jonsson, Aarbb.
1928, S. 277 ein.
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